Landesfinanzschule – Dinkelsbühl

BauherrFreistaat Bayern, Staatliches Bauamt Ansbach
BauweiseHolz-Hybridbauweise
Planungsbeginn 2021
Ansicht Eingangsbereich
Ansicht
Ansicht
Schnitt

Mit Blick auf die Stadtmauer von Dinkelsbühl soll am Ortsrand ein weiterer Standort der bayerischen Landesfinanzschule entstehen- nachhaltig und ökologisch als Holz-Hybridbau. Das Gebäude beherbergt zum einen im EG den Ausbildungsbereich mit Mensa und Mehrzweckraum, in den beiden Obergeschossen werden Schüler in 108 Appartements untergebracht sein.

Städtebaulich anspruchsvoll liegt das Gebäude zwischen einem Gewerbegebiet, freier Landschaft und einem ländlichen Wohngebiet. Das vorliegende Konzept zum Vorentwurf schafft gleichzeitig Abstand und Verzahnung: Die Baukörpertypologie der Kammstruktur schafft die Verbindung mit der Umgebung- im Norden mit der Landschaft, da in dieser Richtung offene Grünräume entstehen. Nach Süden bricht die „giebelständige“ Architektur die Baumasse der Schule gegenüber der Wohnbebauung. Von den westlich angrenzenden Grossstrukturen und deren Emissionen wird maximal möglicher Abstand gehalten. In diesen Flächen des Grundstückes werden die vielen Stellplätze und die Anlieferung/ Entsorgung untergebracht. Eine zusätzliche Abschottung nach Westen zum Parkplatz bildet das parallel zu Haus 1 verlaufende Nebengebäude, in dem die Müllräume, die Fahrräder und die Aussengeräte untergebracht sind. 

Die Adresse der Finanzschule bildet der Eingangshof im Süden. Hier kommt man an und gelangt direkt über das Foyer zu Pforte und Verwaltung. Links am Foyer liegt die Mensa, rechts der Mehrzweckraum, an diesem vorbei gelangt man in die Schulräume. Neben der Pforte führt die Treppe nach oben in die beiden Appartementgeschosse. Angrenzend an den Mehrzweckraum und den „internen Schulhof“ liegt der „Freizeit-Hof“. Er ist nach Norden, zur Landschaft hin orientiert und akustisch komplett gegen die Wohnbebauung abgeschirmt. Der hohe Standard der technischen Gebäudeausstattung erfordert eine Teilunterkellerung.

Alle Funktionsbereiche liegen an einer „Hauptstrasse“, der „Magistrale“- sie bildet das Rückgrat der Schule und macht die Orientierung im Gebäude denkbar einfach. Sie setzt sich auch in den Obergeschossen fort, dort erschliesst sie die Appartements.

Das Konstruktionskonzept sieht derzeit vor, die Schule als Hybrid in Holz und Massivbau zu errichten: das Erdgeschoss, die Treppenhauswände, einzelne aussteifende Wandscheiben sowie die Decken über UG/EG werden ebenso wie das Technik-Untergeschoss aus mineralischen Baustoffen ausgeführt. Die beiden Obergeschosse der Beherbergungsstätte sind als Holzbau geplant. 

Die Fassade der zukünftigen Landesfinanzschule hat zwei Bereiche: im EG bildet ein massiver Sockel den Baustoff der inneren Konstruktion nach aussen ab: eingefärbte Betonelemente mit grossformatigen raumhohen Fenstern bilden die Fassade des Schulbereichs mit Mensa und Verwaltung. Der Holzbau der oberen Geschosse zeigt sich nach aussen in einer Holzfassade mit unterschiedlich breiten Holz-Latten, die mit offenen Fugen verlegt sind. 

Spannend in der weiteren Bearbeitung wird der Wunsch des Bauherren, möglichst viel aus Holz zu bauen. Wer gewinnt im Konflikt Nachhaltigkeit versus vermeintlicher Wirtschaftlichkeit und welche Grenzen stellen unsere aktuellen Vorschriften und DIN Normen bezüglich dem „einfachem Bauen“ dar.

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